Integral Ageing2017-01-07T00:06:17+01:00

Here is a survey about YOUR future when you get older: How do you see the second half of life?

Please go to https://de.surveymonkey.com/r/8NZQ3XV

OUR FIRST COMMUNITY LIVE CONVERSATION – about AGEING

Hear our presentation at the INTEGRAL EUROPEAN CONFERENCE in Hungary,

May 6th, 2016

We were pleased and grateful to witness a lively interest in the topic.

You are invited to join the discussion by filling in the survey above and by joining our Facebook Group http://bit.ly/integralageing

Hear our pre-conference talk about what we will be talking about on May 6th, 2016 in Siofok/Hungary.

Witwen

Ich bin jetzt Witwe

Eine Vierergespräch. Mit Ulrike Haiden. Victoria Martino, Inga Hense und Heidi Hörnlein

HEIDI´S INTRO

Die Statistiken sagen, dass Männer im Durchschnitt jünger sterben als Frauen. Nimmt man hinzu, dass Frauen oft ältere männliche Partner haben, ist es nur logisch, dass es mehr Witwen gibt als Witwer. Die Statistik wird aber erst dann schmerzlich lebendig, wenn es uns selbst erwischt: Mein Mann ist tot – und jetzt? 

Traditionell gibt es das Trauerjahr. Frauen in pechschwarzer Kleidung waren früher nicht ungewöhnlich im Straßenbild. Heute ist “alles ganz anders”: Wir Witwen tragen nicht unbedingt schwarz, vielleicht  in der Hoffnung, nicht noch mehr hinabgezogen zu werden in die tiefen Gründe. Und keine Spur von Trauerjahr. Ein oder zwei Tage Anrecht auf Sonderurlaub, aber spätestens nach einer Woche solltest Du topfit wieder auf der Matte stehen, so als wäre nichts gewesen. Dabei dauert es nach wie vor mindestens ein Jahr, bis die Hinterbliebene ihr Leben wieder einigermaßen ausrichten kann auf Zukunft und Freude.

Wir haben uns getroffen, um uns über unsere Witwenschaft auszutauschen. Mit wem sonst könntest Du darüber reden, wie es tief drin in dir schreit, die Wunde des Verlustes blutet und schmerzt? Niemand sonst will das hören, die Trauernde wird nicht auf ihren Schmerz angesprochen, sie muss den Smalltalk akzeptieren, oder sie wird gemieden, denn keiner mag an Tod und Sterben erinnert werden. Gerade im Moment, wo frau die liebevolle Begleitung durch andere Menschen am nötigsten hat, wird sie weitgehend ignoriert und allein gelassen.

Die Trauerkultur sagt etwas aus über die Qualität der Menschlichkeit in einer Gesellschaft. In unserer westlichen Welt ist es schlecht damit bestellt. Wir meiden jede Erinnerung an unsere Sterblichkeit, wir fliehen dem Tod um jeden Preis. Die industrialisierte Medizin treibt es auf die Spitze, ebenso wie die derzeitige Corona Panik, die fleißig geschürt wird unter Benutzung von rationalisierenden Teilwahrheiten. Tote durch Corona sollen um jeden Preis vermieden werden, aber die Traumatisierung von Kindern oder die Zunahme von häuslicher Gewalt wird in Kauf genommen, das tötet ja nicht sofort. Die steigenden Zahlen von Selbstmord? Das ist Dein eigenes Problem, wenn Du das verordnete restriktive Leben nicht aushältst! Wir schützen die anderen vor dem Tod! Du hättest ja rechtzeitig dein Geschäft abstoßen können, anstatt zu warten, bis du durch Coronamaßnahmen pleite und du mittellos wirst. Selber schuld.

So treibt die allgegenwärtige Angst vor dem Tod zu kaum durchdachten Anordnungen und Verhaltensweisen, die zu einer sich selbst bestätigten Prophezeiung werden. Je mehr du von etwas davon läufst, desto schneller und hartnäckiger rennt es hinter dir her – jedenfalls dann, wenn Du kein dickes Bankkonto hast.

Und die Witwen? Wenn sie Glück haben, bekommen sie eine Pension über den Mann, die dann durch überhöhte Steuern fast wieder aufgegessen wird (jedenfalls hier in Italien, wo ich lebe). Oder sie muss zurück in einen Job um zu überleben, weil die Basis der gemeinsamen Arbeit verloren ist. Oder, oder???

Die Gesellschaft macht es uns nicht leicht, aber wir können uns gegenseitig unterstützen und ermutigen, das Leben selbst zu schätzen und einen positiven Geist zu entwickeln, der es uns erlaubt, uns wie Münchhausen “an den eigenen Haaren” aus dem Schlamm zu ziehen, der uns von außen als Lebensraum angeboten wird. Nicht unterkriegen lassen, aber trotzdem deutlich sagen, was nicht passt und auf Veränderung hinarbeiten: unsere “Arbeitshypothese”.

Zum Thema Trauerkultur siehe auch den Beitrag von Beatrice Antonie Marino (in Englisch)

Die Teilnehmerinnen

Victoria Martino

Victoria Martino verlor ihren beliebten Mann, Konrad Oberhuber, im September 2007. Ursprünglich eine Studentin von ihm in den siebziger Jahren an der Universität Harvard, sie begegnete ihn wieder 12 Jahre später. Beide erkannten sofort, das sie eine ewige Wahlverwandtschaft hatten. Sie waren 16 Jahre, Tag und Nacht, ununterbrochen zusammen, bis der Tod sie von einander riß. In diesen 16 Jahren erlebten sie miteinander ein wunderschönes Leben, voller Liebe, Musik, Kunst, und Weltreisen. Im Jahr 1992 wurde ihre Tochter, Beatrice Antonie, geboren, und sie war ihr Sonnenlicht vom ersten Augenblick an.

Ulrike Haiden

Ulrike Haiden, Lebensberatung & integrales Coaching für erfüllende
Lebenswege und Karrieren – lokal und online – Deine Expertin für
berufliche Veränderung, Positionierung und Jobfinding
Mehr erfahren: www.integralepraxis.at
Ulrike Haiden im Interview “Wie ich meine Job-Freiheit gefunden habe”:
https://vimeo.com/381777054

Interviews auf der Wisdom Factory: Hier und Hier

Heidi Hörnlein

Heidi gründete die WISDOM FACTORY zusammen mit ihrem Mann Mark Davenport, der im Juni 2018 verstarb. Seither veröffentlichst sie hier auf der Webseite und auf Youtube wöchentlich Gespräche mit interessanten Menschen, auf Englisch und auf Deutsch

Inga Hense

Inga Hense ist Naturwissenschaftlerin.Ihr langjähriger
Lebensgefährte ist im Sommer 2020 gestorben und seitdem beschäftigt sie sich
mit dem Thema: Sterben, Tod & Spiritualität.

0:00 Heidi’s intro 

1:50 Checkin Inga Hense

2:12 Victoria Martino

2:55 Ulrike Haiden – die Tränen sind noch nahe

3:18 Heidi – Trauer, Kleidung und mehr.  Das Jahr der Trauer ist wichtig und wie die Umwelt auf deine Trauer reagiert.

5:50 VIctorias Erfahrung mit der Trauer. Ihre Geschichte: der Tod von Kunst. Musik in den  Todesfeiern. Das Paradox des Trauerzustandes. Der Schmerz ist auch nach langer Zeit spürbar. Den gesitliche Nachlass ehren.

12:15 Inga. Meditation hilft. Die Perspektiven ändern sich. Grundsätzliche Fragen tauchen auf. Viele Sachen gehen nicht, so kurz nach dem Tod des Partners.

15:20 Ulrike nach 6 Monaten. Die Seele findet ihre Spur, die DInge ergaben sich. Die Verbundenheit und Liebe. Der gemeinsame Lebenszweck ist geblieben. Das Umgestalten des Lebens. Tägliche Trauerzeiten. Braucht das Bewusstsein einen Körper?

21:00 Heidis Erfahrung der Gemeinsamkeit. Die Wisdom Factory als gemeinsames Projekt. Die Serie über Sterben und das e-Buch über Mark hat sie beschäftigt gehalten. Dann Depression im WInter. Die Erfahrung, aus der Schwere hinaus zu kommen. War alles nur ein Traum?

27:30 Inga vieles Lesen und die Überzeugung, dass es ein externes Bewusstsein gibt.

28:25 Ulrike freut sich über diese Mitteilung. Die Gespräche mit den Ärzten auf der Intensivstation zeigte ihr, dass die Patienten die ihnen geschickte Energie tatsächlich ankommt. Die Gnade des Kommunizieren Könnens und sich gegenseitig stützen.

30:30 Der Kranich als der Totenvogel, der Bote. “Illusion Tod”

32:45 “The last frontier”  GIulia Assante(?), “Das tibetische Totenbuch” von Wulf-Mirko Weinreich

35:05 Victoria. Sie spürt, dass die Präsenz ihres Mannes in ihrer Tochter und in seinen Büchern ist. Sie träumt regelmäíg von ihrer verstorbenen Mutter.

37:30 Heidi: Mark hört heute zu. EInbildung oder nicht ist nicht wichtig

39:30 Inga: Robert Speier: wie man sich die geistige Welt vorstellen kann. Der theoretische Rahmen hilft. Gibt es so viele Zufälle?

41:20  Victoria: Synchronizitäten = Witze der Engel: Wer Ohren hat zu hören….. Es gibt täglich viele Wunder. Die Vögel sind wichtig als Zeichen der Präsenz. Ihr Mann war Antroposoh, jetzt ist es auch aktuell für sie selber.. Die Totesfeier der anthroposophischen Gesellschaft.

45:45 Heidi: die Erfahrung von Tranzendenz/Religiosität durch das Todeserlebnis. Die Archetypen der Seele helfen, dem Tod näher zu kommen durch das Wissen von vielen Leben.

47:35 Ulrike: die Spiritualität gestärkt. Die Totenfeier für ihren Mann. Das Wesentliche ist die Liebe – Ergebnis des gemeinsamen Erkenntnisweges. Ein natürliches Selbstverständnis im Abschied. Der Mut ist gestärkt.

51:45 Inga: Das Reden über Spiritualität außerhalb der Partnerschaft war schwierig, nur wenige Menschen. Besonders wenn man im naturwissenschaftlichen Umfeld sich bewegt.

54:05 GIbt es mehr interessiert Menschen, die es aber nicht wagen darüber zu sprechen? 

55:55 Check out Victoria

57:30 Ulrike  Verletzlichkeit ist Zwillingsschwester der Freude. Warum wird das Witwendasein so totgeschwiegen? Was bedeutet das Witwensein auf allen ebenen?

59:20 Inga Die Erfahrung der Verbundenheit

1:00:00 Victoria: Ministry, eine heilige Arbeit

1:00:50 Heidi über das integrale Frauenfeld und die Intention dieses Gespräch.

1:02:15 Zukunftsplanung für das Witwengespräch und Einladung

Beatrice Antonie Martino

The importance of changing our attitude towards death

with Beatrice Antonie Martino

HEIDI´S INTRO

It is quite unusual that a young woman dedicates her academic graduation to the theme:  death and grief with the intention to be an advocate for re-integrating these taboo topics back into our life.  Beatrice has just earned her MA by uniting her intellectual research with her artistic inclinations. She set up a visual arts installation which was opened to the public the day before the Corona shutdown. Hopefully it can be shown some day in the future.

What is someone going through when she loses a person who was very close? How do the others respond to their loss? The common experience is that people might come to the funeral or just send a card. After a few weeks nobody connects with the mourning person in the sincere inquiry of how they are feeling, how they are coping with the loss, what is going on in their hearts and heads. People avoid asking and expect that you behave as if nothing had happened: go to work after a few days or weeks – or even the next day – as if you had just overcome a minor illness. Poeple expect you to not talk about your present state, they don’t want to be bothered. Why?

We have outsourced death out of our lives, we send the dying people into hospitals and hospices – if there are any. Hardly anyone dies at home surrounded by family and friends. We have lost, or better suppressed, the deeper knowing that death is part of life and that fear of death equals fear of life. We cannot live fully our lives when we constantly fear death and try to not be reminded by avoiding everything connected with it. Our materialistic culture has impacted us to the point that most of us don’t even realise this deeply ingrained fear and the constant attempt to run away from it. I certainly can see it arise in myself and recognise the necessity of developing practices and tools to face the fear and to lean into the inevitability of losing loved ones and dying oneself, today, tomorrow or some day in the future. Who knows?

Beatrice’s work aims to inspire people to accept their grief and to find ways to go through it in good ways, in order to live and enjoy life fully. It was a real joy to talk with her and to be enticed by her positive energy and dedication to follow her heart and her passion.

ABOUT BEATRICE

Beatrice Antonie Martino is a Brooklyn-based, multidisciplinary installation artist, choreographer, performer, and grief-activist. She specializes in crafting site-specific, multi-sensory experiences and interactive environments that hold space for introspection, emotional processing, and community connection. Working at the intersections of live performance and technology, she uses video art + projection, movement + choreography, and creative writing + spatial design, to build worlds that encourage holistic engagement with our shared humanity. Beatrice’s academic background includes B.A. degrees with honors in Dance and Psychology from the University of California, Santa Barbara, and an M.A. degree in Individualized Study from NYU Gallatin (artistic thesis: “What Remains: Ritual Spaces for the Contemporary Mourner”). Her current work, which is highly collaborative, explores individual and collective relationships to grief and mourning, and seeks to create new healing rituals to honor the dead. For more information about Beatrice, please visit: https://www.beatricemartino.com/

0:00 Intro Heidi 

1:20 Beatrice introduces herself: artist and MA in contemporary view of death and grief in the US

2:40 How come a young person works around dying? Beatrice shares her experience with illness and death and how she tried to cope with it.

5:25 Nobody understands what it means to lose the father. Beatrice felt very alone and went into art. Other losses accompany every major events in her life.

7:30 Life purpose as a grief activist. Also that caused by the pandemic.

8:40 Heidi: The avoidance of people to care about the grieving person. The expectations to “get over it”. This is very strange in our society.

10:30 The critique in her thesis: the misinterpretation of grief as a linear process. It is much more complicated, all sorts of emotions and multi layered . cyclical and messy.

12:15 Beatrice’s first grieving experience: a shock, not knowing what to do. Rituals are gone from our culture. Difficult to integrate the reality of death.

13:55 Heidi shares her experience with the death of her father.

15:30 When you see the bodies you can process the reality of death better. Beatrice feels for the people dsying with Covid, alone and people cannot be there or see their bodies before they are taken away.

18:10 CHildren are hindered to be in contact with death by seeing their dead relatives, which will create a bif shadow in them (referring to our series WOMEN MATTERS where we talked about shadow for 3 times)

18:50 Philippe Arielle: “The Western attitude about death and dying”. A historical overview shows how the attitude has changed completely since the Middle Ages where life and death was interconnected.  Death as medical failure. The desire of immortality.

21:25 Heidi shares a story about hoe people are treated in hospital. 

25:00 When caring people don’t care about the emotional state of the patient. The ability to chose to die.

26:00 “The death and dying factory”: get on with it! What language is used! 

27:00 End of life care people confirm that dying people seem to have a choice when to go. THe example of Beatrice’s grandmother. 

30:50 Heidi shares about Mark: his soul decision.

33:30 The shiny transparent eyes. 

34:30 “re-imagine end of life” Organisation. Mission statement: face death for living more fully.

 

Beatrice’s artistic work

Elizabeth Schmidt-Pabst: Leben und Sterben aus der kulturellen Perspektive

Leben, Sterben und Kultur

Verschiedene Kulturen, verschiedene Weisen, dem Tod zu begegnen. Aus der Erfahrung einer Hospizarbeiterin

HEIDI´S INTRO

Wir leben in einer Kultur, in der der Tod negiert wird. Leben ist alles, Tod ist wie ein bedauernswerter Betriebsunfall. Wenn ein lieber Mensch stirbt, erwarten die Verwandten und Freude, dass man das einfach wegsteckt. Ein paar Tage Trauer, dann zurück zu normal und komm uns nicht mit deinem Leid, wir wollen nicht daran erinnert werden. 

So wie Hinterbliebene selten offene Ohren finden, so geschieht es meist auch mit den Menschen, deren Zeit gekommen ist. Oft werden sie aus ihrem Umfeld herausgerissen, entsorgt in Krankenhäuser oder Pflegeheime, und wenn sie Glück haben, kommen sie in ein Hospiz, wo sie wahrscheinlich die beste, weil fachgerechte Begleitung finden. Hier können sie Fragen stellen und sich einstimmen auf das, was auf sie zukommt. Hier müssen sie sich nicht mehr in lautloses Erleiden und Schweigen hüllen.

Deutschland ist vorbildhaft, was das Angebot und die Unterbringung von Menschen am Lebensende betrifft. Die meisten Länder der Welt kennen das wenig (Siehe unser Gespräch mit einem Vorreiter für Hospize in Brasilien hier). Man verläßt sich auf die Hilfe der Familie, die heutzutage damit meist überfordert ist, oder man bringt die Menschen ins Krankenhaus, in der Erwartung, dass sie dort mit Hilfe allen technischen Aufwands doch noch am Leben gehalten werden. Wer erst einmal im Krankenhaus ist, hat wenig Chance auf einen ruhigen Übergang in die andere Dimension, angehängt an Schläuchen und piepsenden Geräten. 

Was ist denn der Wunsch des Sterbenden? Wer hat ihn oder sie vorher gefragt, wie sie sich das Ende vorstellen, wie sie gern behandelt werden möchten? Jetzt gibt es das “biologische Testament” hier in Italien, wo ich lebe, wo man das durch multiple choice Fragen einigermaßen bestimmen kann. Das Papier wird in der Stadtverwaltung bewahrt, aber wird es wirklich zu Rate gezogen, wenn es soweit ist? Wer weiß!

In Nordeuropa sind wir gewohnt, dass in Krankenhäusern und Hospizen Ruhe herrschen soll.  Wir assoziieren Sterben mit nicht gestört werden wollen. Was aber, wenn ein Mensch mit Migrationshintergrund in den letzten Tagen ins Krankenhaus kommt und von den Ärzten erwartet, dass sie Wunder vollbringen und den Angehörigen retten sollen? Südliche Kulturen in Europa, Mittlerer Osten, Afrika und mehr: sie alle sind gewohnt, große Familien um sich zu haben und viel Lärm. Italienische Großstadtbewohner lieben es, in der Hauptreisezeit Urlaub zu machen an Orten, wo sich die Menschen am Strand und in den Ferienanlagen drängen und die Disco lautstark bis zum frühen Morgen dröhnt. Alles andere als leise! Und die Familienangehörigen werden ebenso lautstark sich äuérn, wenn sie Angehörige im Hospiz besuchen – wenn sie überhaupt herausgefunden haben, dass es so etwas gibt und dass sie es in Anspruch nehmen können.

Der Hospizdienst in einer deutschen Großstadt wie Berlin ist also keineswegs eintönig. Menschen, die sich berufen fühlen, andere auf deren letzten Weg zu begleiten, bereiten sich auf diese Aufgabe vor. Individuelle Unterschiede im Umgang mit dem Menschen sind Teil der Fähigkeiten, die sie lernen müssen. Es ist keineswegs selbstverständlich, dass man “einfach so” weiß, wie mit Sterbenden umzugehen ist zu deren und zum eigenen Nutzen. 

In meinem Gespräch mit Elisabeth Schmidt-Pabst sprechen wir über das Thema Sterben, Sterbende und Angehörige, Hospiz und ärztliche Behandlungen, aber auch über freiwilliges aus dem leben Scheiden und Organspende. Alles Themen, die in der Tabu-zone feststecken. Einmal im Jahr, im November, denkt man offiziell an Tod und Sterben, wenigstens im Christlichen Einflussbereich. Vielleicht wäre diese Zeit eine Möglichkeit für die ansonsten eher Zurückschreckenden, sich dem Thema zu öffnen. Dieses Gespräch könnte ein Weg dazu sein. Dauerhaft werden wir Tod und Sterben nicht ausschließen können aus unserem Gewahrsein, dass ist nun mal gewiss.

Über Elizabeth Schmidt-Pabst

Elizabeth ist gebürtige Amerikanerin, sie lebt seit mehr als 20 Jahren in Berlin.
Elizabeth fühlt sich begnaded, seit mehr als 20 Jahren Schülerin der in Berlin lebenden spirituellen Meisterin MARIANANDA zu sein.
Seit über 10 Jahren ist Elizabeth im Hospiz und in Palliative Care hauptberuflich tätig.
Außerdem ist sie Referentin für kultursensible Kompetenzen im Gesundheitswesen, mit den Themen rund um Tod und Sterben und Demenz.
Sie ist Mutter eines erwachsenen Sohnes.